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"Nachhaltigkeit und faire Verantwortung als Unternehmensphilosophie", schreibt das RKW Magazin über Argand'Or

In der Jubiläumsausgabe anlässlich des 100 jährigen Bestehens des RKW-Netzes Hessen, berichtet die Redaktion über die Gründung und die Erfolgsgeschichte von Argand'Or - Das Gold Marokkos, mit einem Interview mit dem Geschäftsführer Rudolf Bresink

Das RKW Hessen betreut die Beratungsförderungsprogramme des Hessischen Wirtschaftsministeriums. Seit seiner Gründung 1921 berät und fördert es mehr als 1000 kleine und mittelständische Unternehmen und Existenzgründer. So lag es nahe, dass sich auch Rudolf Bresink bei seiner Gründung von Argand'Or in 2005 von der RKW beraten ließ.

Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens erschien jetzt eine Jubiläumsausgabe des RKW Magaznis "Auf das was da noch kommt". In dem Magazin werden Erfolgsgeschichten "des intensiven RKW-Einsatzes für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstandes beschrieben.

Eine der außergewöhnlichen Erfolgsgeschichten ist die Gründung und Förderung von "Argand'Or - Das Gold Marokkos" mit seiner fairen, sozialen und nachhaltigen Ausrichtung und Verantwortung.

Vorschau:

Im Interview mit dem Gründer und Geschäftsführer der Argand'Or Cosmetic GmbH Rudolf Bresink erfahren die Leser*Innen über die Gründungsidee hinaus, warum sich Argand'Or Cosmetic für die Frauenkooperativen in Marokko engagiert, wie sich aktuell die Corona-Pandemie auf das Geschäft ausgewirkt hat und wo die Herausforderungen für kleine und mittelständische Unternehmen in Zukunft liegen.

 

Das Interview führte Frau Dr. Noemi Fernández Sánchez, Mitarbeiterin im Fachbereich Gründung beim RKW Kompetenzzentrum.

Herr Bresink, 2005 haben Sie Arganöl als Produkt erstmals in Deutschland in den Lebensmittelbereich eingeführt und damit eine Erfolgsgeschichte gestartet. Können Sie uns über die weitere Entwicklung erzählen?

Das Arganöl eignet sich sowohl zur innerlichen als auch zur äußerlichen Anwendung und wird seit Jahrhunderten von den Berberfrauen als Schönheitselixier genutzt. Darüber hinaus haben mehrere wissenschaftliche Studien die dermatologische Wirkung der Inhaltsstoffe nachgewiesen. Wir selbst führten in 2006 eine Pilotstudie mit dem Argan-Hautöl bei Probandinnen durch. Die erstaunlichen positiven Ergebnisse haben uns ermutigt, neben dem Foodmarkt auch den Eintritt in die Kosmetikbranche, genauer in die Bio- und Naturkosmetik, zu wagen. In den darauffolgenden Jahren wurde der Vertrieb in beiden Märkten weiter ausgebaut. 2015 sind wir zur Entscheidung gekommen, dass man nicht in beiden Märkten gleichzeitig weiter investieren und wachsen kann. Mein damaliger Partner führt seitdem das Geschäft im Lebensmittelbereich weiter und ich kümmere mich mit meiner Frau um den Naturkosmetikmarkt.

Man könnte also durchaus sagen, dass Sie mit Argand´Or ein Vordenker und Pionier für nachhaltiges Unternehmertum in Deutschland geworden sind. Wie kam es dazu?

Uns war von Anfang an wichtig, unsere Produkte sowohl fair als auch nachhaltig herzustellen.

„Fair“ heißt für uns, dass die Berber-Frauen in der Arganeraie durch die Herstellung und den Verkauf des Arganöls ein sicheres Einkommen erwirtschaften und damit ihre Lebensgrundlage sichern können. Als wir in das Geschäft eingestiegen sind, waren Franzosen und Marokkaner dabei, den Wertschöpfungsprozess (die Ölherstellung) ins Ausland zu verlagern. Das hätte das Einkommen der Berber-Frauen minimiert.

Daher haben wir das  „Argand’Or-Projekt“, ein Public-Privat-Partnership-Project (PPP-Projekt) mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Projekts wurden die Frauen in den Bereichen Hygiene, Lagerhaltung und Modernisierung der Produktion geschult, um Arganöl, unter den in Europa angeforderten hohen Qualitätsstandards, selbstständig bis zur Marktreife zu produzieren. Das Ergebnis: Heute managen die Frauen erfolgreich ihre Kooperativen und exportieren ihr Arganöl weltweit. Sie erwirtschaften ein ausreichendes Einkommen, was Ihnen häufig auch ermöglicht, sich zumindest teilweise von den dort herrschenden patriarchalischen Strukturen zu befreien.

„Nachhaltig“ produzieren ist bei uns der zweite hohe Anspruch, der vom Anbau bis zur Verpackung erfüllt wird. Die Arganbäume gehören dem Staat Marokko und die dort lebenden Berber-Stämme haben Nutzungs- und Bewirtschaftungsrechte. Im Rahmen des „Argand’Or-Projekts“ wurde den Frauen gezeigt, wie sie die Bäume intensiver hegen und pflegen und dadurch die Erträge steigern können.

Alle unsere Pflege-Produkte werden mit den wertvollen Inhaltsstoffen des Arganöls aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt und zertifiziert. Zudem wurde ein Wiederaufforstungsprogramm mitfinanziert, um der voranschreitenden Desertifikation dieses Gebiets entgegenzutreten. Die Verpackung des Argan-Hautöls ist selbstverständlich auch nachhaltig, denn wir nutzen für unser Arganöl ausschließlich 100% recycelbare Glasflaschen.

Wir kommen zur Pflichtfrage der Zeit: Inwieweit hat sich die Corona-Pandemie auf Ihr Geschäftsmodell ausgewirkt?

Corona hat durch die Lockdowns teils starke Einschränkungen beim stationären Fachhandel sowie eine zeitweise Schließung von Kosmetikstudios und Wellness-Angeboten verursacht, folglich, hat die Corona-Pandemie natürlich auch bei uns zu Umsatzeinbrüchen geführt. Diese konnten wir aber zumindest teilweise durch den Ausbau des Online-Geschäfts kompensieren. Wir bewegen uns heute also verstärkt im Internet; dennoch bleiben der Bio-Fachhandel einschließlich Apotheken mit rund 60% unsere Hauptvertriebswege.

Wo liegen aus Ihrer Sicht die wichtigsten Herausforderungen für den Mittelstand in Deutschland?

Im Lebensmittelbereich spielen an erster Stelle die Themen Regionalität und Saisonalität eine immer wichtigere Rolle. Nachhaltigkeit ist ein stetig wachsender Trend, insbesondere im Bereich der Kosmetik- und Wellnessprodukte, bei den KMUs, die meistens kleiner und deshalb flexibler als Großkonzerne sind und schneller reagieren können. Zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes werden vermehrt ökologisch-abbaubare Produkte oder Produkte ausschließlich aus natürlichen Zutaten und Wirkstoffen nachgefragt und hergestellt, wie beispielsweise Lippenstifte ohne Schweröl. Ein weiterer interessanter Trend sind nachfüllbare Kosmetikprodukte.

Zudem ist für kleine und mittelständische Betriebe Transparenz als Antwort auf die wachsenden Kundenansprüche von großer Bedeutung. Start-ups machen es vor: sie erzählen eine Geschichte (Stichwort „Storytelling“) über sich selbst. Daraus können auch die deutschen Mittelständler lernen. Für sie wird es immer wichtiger werden, durch Transparenz eine persönliche Beziehung mit ihrer Kundschaft aufzubauen.

Und zuletzt, in meinen Augen bleibt die fortschreitende Digitalisierung eine der größten Herausforderungen. Abgesehen von der Wahrung der IT-Sicherheit müssen besonders KMU ihre digitalen Vertriebswege sowie die mobile Kommunikation nicht nur mit der Endkundschaft, sondern auch im B2B-Bereich ausbauen. Dafür ist eine professionelle und kompetente Beratung unerlässlich. Hierbei und auch bei der Gründung des Unternehmens selbst konnten wir uns auf die kompetente und professionelle Beratung des RKW Hessen verlassen.

Wo planen Sie die weitere Entwicklung Ihres Unternehmens?

In den nächsten Jahren wollen wir die Entwicklung zu den positiven Eigenschaften von Arganöl weiter vorantreiben und neue Produkte entwickeln. Wissenschaftliche Studien deuten auch auf eine immunstärkende, cholesterinsenkende sowie entzündungshemmende Wirkung von Arganöl auf die Organe unseres Körpers hin. Die Möglichkeiten des Arganöls sind immens und gehen in den dermatologischen und medizinischen Bereich hinein.

Wir haben, gegen anfangs große Widerstände, Arganöl als Pionier in den deutschen Markt eingeführt und mit ersten Arganöl-Kosmetikprodukten den Weg des einzigartigen Naturproduktes in den Kosmetikmarkt mitgestaltet. Noch heute beziehen wir unser Öl von den Frauenkooperativen in der Arganeraie. Die faire und nachhaltige Zusammenarbeit möchten wir erhalten und stärken. Argand’Or ist im Laufe der Jahre zur authentischen und fairen Arganöl-Marke in der zertifizierten Naturkosmetik gewachsen, mit einem hohen Anspruch an Qualität und nachhaltiger Verantwortung. Das wollen wir stärken und weiter ausbauen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch, Herr Bresink!

Vorschau:

Das RKW Jubiläumsmagazin mit dem Argand'Or Beitrag und dem Interview können Sie auf der Home.Page des RKW Kompetenzzentrums als pdf herunterladen.

Einen Bericht über die Gründungsgeschichte von Argand'Or finden Sie auch auf der Home Page von RKW Hessen.

 

 

 

 

 

 

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