12.06.24

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Wie Arganöl vor 20 Jahren mit Hilfe von Argand’Or nach Deutschland kam

Das Naturkosmetik-Magazin COSMIA berichtet über die Anfänge von Argand’Or in der Arganeraie, die Unterstützung der Frauenkooperativen (Produzentinnen), die Kooperation mit der Deutschen GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) und den Aufbau des „Argand’Or Projektes“ (Public-Privat-Partnership Projekt) und schließlich die Einführung von Arganöl und Argand’Or Naturkosmetik in den deutschen Markt.

Hier der ganze Artikel:


Cosmia Bericht


Das Gold der Berberfrauen

Rudolf Bresink, Gründer von Argand’Or, liebt Arganöl – und die Menschen in Marokko. Wie er ihnen half, den kostbaren Rohstoff in die Welt zu tragen.

Fatima Zerouali hat vor rund 20 Jahren die Leitung der Arganöl-Kooperative Al Amal in einem kleinen Dorf in der Provinz Tiznitin im Süden Marokkos übernommen. Damals gibt es dort kaum wirtschaftliche Aktivitäten. Die Frauen leben ein bescheidenes Leben daheim mit wenig Aussicht auf Bildung und persönliche Entwicklung.

Zu dieser Zeit ist die Herstellung von Arganöl noch ein mühsames Unterfangen, denn die Berberfrauen verarbeiten die Früchte des Arganbaumes in Handarbeit.


Arganöl Mahlen + Hände


Sie sitzen dabei auf Ziegenwollteppichen auf dem Lehmboden einer Hütte und schlagen mit flinken Fingern die harten Kerne der Arganfrucht mit einem Steinkeil auf. Danach rösten sie die Arganmandeln auf einem Holzkohlefeuer und mahlen sie mit einer einfachen Steinmühle zu einem zähflüssigen Brei. Den kneten die Frauen ausdauernd mit den Händen, geben abgekochtes Wasser dazu, bis sich schließlich das kostbare Öl aus dem braunen Mandelteig löst und abgeschöpft werden kann.

Aus circa 30 Kilogramm Nüssen entsteht so etwa ein Liter des gelbgoldenen Rohstoffs.


BELIEBT IN DER KÜCHE, GUT FUR HAUT UND HAAR

Das fein-nussig duftende Öl setzen die Berber schon immer universell in der Küche und für die Haut- und Haarpflege ein. Um etwas Geld zu verdienen, boten die Berber es damals in den Souks, den Märkten am Straßenrand, feil. Viel brachte es ihnen nicht ein.

Auch außerhalb von Marokko kannte Arganöl vor 20 Jahren noch so gut wie niemand.

Das ist heute anders. Seit den 1990er Jahren unterstützt die GIZ, die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, die Arganöl erzeugenden Frauenkooperativen in der Region, unter anderem beim Aufbau einer Organisationsstruktur.

Richtig in Schwung kam das Projekt aber erst, als Rudolf Bresink dazustieß.

Der Werbefachmann aus Bad Homburg hörte 2004 von dem überaus gesunden Öl, das obendrein die Haut jung halten soll. Neugierig geworden bereiste er den Hohen Atlas und erlebte in einem abgeschiedenen Dorf, wie Arganöl traditionell gewonnen wird.


Arganwald


„HIER MÜSSEN UND KÖNNEN WIR DEN BERBERFRAUEN HELFEN“

Nach seiner Rückkehr hängt Bresink seinen Werberjob an den Nagel und gründet 2005 die Marke Argand'Or. „Meiner Frau Ursula und mir war klar: Hier müssen und können wir helfen, um den Menschen in der Region eine Perspektive für die Zukunft zu geben", sagt er.

Als Marketingexperte machte er das. was er am besten kann: er kurbelt die Nachfrage für das bis dato noch unbekannte Öl weltweit an.

Sein Unternehmen Argand'Or lud die Frauen 2006 auf die Biofach-Messe nach Nürnberg ein, wo sie dem Fachpublikum die weltweit einzigartige Herstellung von Arganöl demonstrierten. „Die Resonanz war überwältigend", sagt Bresink.

Zahlreiche Artikel und TV-Reportagen über das flüssige Gold Marokkos folgen und ebnen Arganöl (ARGANARGAN Gourmet-Speiseöl) zunächst den Weg in die Küchen der Feinschmecker.

Dass Arganöl auch Haut und Haare pflegt, spricht sich ebenfalls schnell herum. Immerhin haben die Berberinnen bis ins hohe Alter schöne Haut und gesunde Haare.


FAIRER HANDEL: GELD BLEIBT IN DEN KOOPERATIVEN

Heute verkauft die Frauenkooperative von Fatima Zerouali das Arganöl in schicken Flaschen als Speiseöl sowie ungeröstet als kosmetisches Öl - im eigenen Shop und an Handelspartner weltweit. Herstellung und Vermarktung liegen in der Hand der Erzeugerinnen, somit bleibt die Wertschöpfung vor Ort.

Mit Hilfe der GIZ hat die Kooperative mittlerweile eine moderne Produktion nach europäischem Standard aufgebaut.

„Geflieste Räume, Röstmaschinen, Edelstahl-Schneckenpressen, Filter aus Edelstahl und Füllgeräte erleichtern die Herstellung, sorgen für kontrollierte Prozesse und eine verlässlich hohe Ölqualität, die wir für unsere Naturkosmetik brauchen", sagt Rudolf Bresink.

Seine Firma Argand’Or Cosmetic produziert Gesichts- und Körperöle, Pflegecremes und Körperlotion, Lippenpflege, Reinigungsbalsam, Haarseife und Haaröl aus dem „Gold Marokkos".

Dank der mechanischen Technik mittels kleiner Schneckenpressen ist außerdem die Ölausbeute bei den Kooperativen gestiegen: Aus 30 Kilogramm Früchten gewinnt man jetzt an die 1,5 Liter Öl. Gleichwohl bleiben Ernte und Entkernen der Früchte ein Handwerk.

„Traditionelle und UNESCO geschützte Handpressungdes Arganöls findet nur noch für die Touristen statt“, berichtet die AHK Marokko.


Arganoel Ernte


In den Sommermonaten ziehen die Frauen einer Dorfgemeinschaft nach wie vor bei Sonnenaufgang in die Argan-Haine, um die mirabellengroßen Früchte vom Boden aufzulesen und in Körben oder auf dem Eselkarren nach Hause zu bringen. Etwa zehn Kilometer laufen sie dafür am Tag.

Land und Bäume gehören dem Staat Marokko, der den Berbern das alleinige Nutzungsrecht eingeräumt hat. Auch das Aufschlagen der Nüsse geschieht wie früher. Dabei sitzen die Frauen zusammen und singen ihre traditionellen Lieder.

Abends jedoch üben sie jetzt lesen, schreiben und rechnen (Argand‘Or Projekt). Außerdem bilden sich die Berberfrauen technisch, unternehmerisch und in Sachen Bio-Zertifizierung fort. Viele verdienen heute besser als ihre Männer und verfügen selbst über ihr Geld. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre Stellung in der patriarchalischen Gesellschaft.


Unterricht


Von der Bekanntheit des Arganöls profitieren nicht nur die Kooperativen. Verirrte sich früher kaum jemand in die abgelegenen Dörfer im Grenzgebiet zwischen Marokko und Algerien, kommen jetzt viele Touristen. Und dank der besseren Lebensperspektiven ziehen nicht mehr so viele junge Leute in die Stadt, sondern bauen sich in ihrer Heimat eine Existenz auf.


(In einem gesonderten Insert)


Arganbaum


RETTUNG FÜR DEN ARGANBAUM

Der Arganbaum gehört mit zu den ältesten Bäumen der Erde. Einst wuchs er im gesamten Mittelmeerraum. Der Baum ist sehr genügsam, auf der Suche nach Wasser und Mineralien kann er seine Wurzeln bis zu 30 Meter tief in den sandigen Boden bohren. So hält er das Erdreich zusammen und wirkt der Wüstenbildung entgegen.

Heute gibt es ihn nur noch im Südwesten Marokkos, in der Region Souss-Masca Draà. Im Jahr 1908 erklärte die UNESCO dieses circa 8.000 Quadratkilometer große Gebiet, die Arganeraie, zum Biosphären-Reservat. Dort sind die rund 20 Millionen Bäume jedoch bedroht, insbesondere durch Fraß-Schäden von Ziegen.


Arganbaum Aufforstung


Im Jahr 2008 starteten Argand'Or, die GIZ und marokkanische Behörden deshalb ein
Aufforstungsprogramm im Rahmen des „Argand’Or Projektes“, auch mit dem Ziel, die Zukunft der rund 1.000 Frauen im Dachverband der Arganöl-Kooperativen zu sichern.


Quelle: Cosmia – Bio-Verlag, Mai 2020
Autorin: Astrid Wahrenberg


Cosmia Magazin Abbildung der Ausgabe Vorder- und Hinterseite Seite 1,2


Cosmia Magazin Abbildung der Ausgabe Vorder- und Hinterseite Seite 3,4


COSMIA, das Naturkosmetik-Magazin aus dem Bio-Verlag schreibt über Naturöle, Body-Lotion oder Make-up, Haar- und Hautpflege und erklärt, wie sich zertifizierte von konventioneller Kosmetik unterscheidet, gibt Anwendungs-Tipps und weckt Lust, Neuse auszuprobieren.

COSMIA porträtiert auch die Menschen hinter den Naturkosmetik-Marken und berichtet von spannenden und fairen Projekten.